Zuckerstoffwechsel beim Gesunden
Jeder gesunde Mensch hat immer etwas Insulin im Blut, weil auch im nüchternen Zustand Insulin zur Steuerung der Stoffwechselvorgänge in der Leber benötigt wird (basaler Insulin-Bedarf). Wenn etwas Kohlehydrathaltiges gegessen wird, steigt der Blutzucker an. Dieser Anstieg bewirkt, dass die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin ausschüttet – so wird eine Blutzuckerspitze vermieden, der Blutzucker im Normbereich ( 60 – 140 mg/dl oder 3,3 – 7,7 mmol/l) gehalten (mahlzeitenabhängiger Insulinbedarf).
Intensivierte konventionelle Insulintherapie = ICT
Bei der ICT wird dieser natürliche Regelmechanismus nachgeahmt. 2x am Tag wird Verzögerungsinsulin gespritzt, um den basalen Insulinbedarf zu decken; zu den Mahlzeiten wird Normalinsulin gespritzt, um die Blutzuckerspitzen, die durch die Aufnahme von Kehlenhydraten entstehen, abzudecken: die Bolusgaben.
Dabei gilt:
Vorteile
Ein gut geschulter Diabetiker kann mit Hilfe der ICT seinen Tagesablauf sehr viel freier gestalten und dabei gute Blutzuckerwerte erreichen. Er kann Mahlzeiten verschieben, ausfallen lassen, deren Kohlenhydratanteil verändern. Er kann spontan Sport treiben oder morgens lange schlafen.
Bedingungen
Um die Vorteile der ICT zu nutzen, muss der Diabetiker vor jeder Bolusgabe seinen Blutzucker bestimmen.
Basalrate
Die Menge des Verzögerungsinsulins muss so bemessen sein, dass der Blutzucker ohne Nahrungsaufnahme im Normbereich bleibt und Unterzuckerungen nicht auftreten. Bei normaler Ernährung beträgt der Bedarf ca. 40 – 50 % der Gesamtinsulindosis pro Tag. Sie wird auf mindestens 2 Dosen aufgeteilt. Di abendliche Dosis wird meist vor dem Schlafengehen gespritzt. Auch vor dem Spritzen des Verzögerungsinsulins sollte der Blutzucker gemessen werden.
Bolusgaben
Die Bolusgaben sollen den aktuellen Insulinbedarf decken. Sie richten sich nach
Wichtiger Hinweis
Die intensivierte Insulintherapie (ICT) – auch Basis-Bolus-Konzept genannt – erfordert ein hohes Maß an Wissen und Erfahrung beim Arzt und beim Diabetiker. Eine Ein- bzw. Umstellung auf das Basis-Bolus-Konzept ist nur mit einer intensiven Schulung des Diabetikers möglich.
Während der Schulung wird – gemeinsam mit dem Diabetiker
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der basale Bedarf an Insulin ermittelt
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der Bolus-Bedarf pro BE/KHE zu den Mahlzeiten ermittelt
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die Regulation des Blutzuckers in verschiedenen Situationen erprobt (z.B. beim Sport)
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das erforderliche Wissen und die praktischen Fertigkeiten gelernt und geübt.
Ohne Schulung geht es nicht! Fragen Sie Ihren Arzt nach entsprechenden Schulungs- und Therapiemöglichkeiten
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